Fernsehtipp: Vendée Globe Start in der ZDF SPORTreportage am Sonntag (8. November) ab 17:10 Uhr

von Hinnerk Weiler am 07.11.2020 / in Medien

Mit Boris Herrmann geht der erste deutsche Segler auf die Reise zur Vendée Globe: Die ZDF SPORTreportage wird am Sonntag um 17.10 Uhr vom Start des Rennens in Les Sables-d’Olonne berichten.

Das ist ungewöhnlich und verdient Aufmerksamkeit, denn Segeln findet in den großen deutschen Medien kaum statt. Daran Interesse zu zeigen könnte helfen, dass zu ändern. Also liebe Segler: Ab in die ZDF-Mediathek und den Beitrag ansehen! [Link folgt hier, sowie die Sendung veröffentlich wurde.]

Dass es den Beitrag überhaupt gibt, verdanken wir der Teilnahme des deutschen Ausnahmeseglers Boris Herrmann als erstem Deutschen bei der Vendée Globe Regatta. Dabei ist er gar nicht wirklich der einzige Teilnehmer mit deutschen Wurzeln. Ebenfalls an den Start geht nämlich die in Frankreich wohnende Deutsch-Französin Isabelle Joschke. – Wenn auch eher als underdog, soch das sei der Form halber zumindest erwähnt, bevor auch ich mich dem Medienkanon vom ersten Deutschen beim härtesten Einhand Rennen der Welt wieder anschließe.

 

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/ VENDÉE GLOBE / Top départ : J-2⃣ 💬 „Je vais chercher tout plein de choses lors de mon prochain Vendée Globe. Sportivement je vais y chercher un match. Aujourd’hui je sais à peu près me jauger au sein de la flotte. Mon bateau présente un joli potentiel, je sais que je peux faire de bonnes choses, notamment de bons choix stratégiques, c’est très important pour moi. La capacité à tenir dans la durée va très rapidement devenir un paramètre stratégique. Je sais que je peux miser sur ma résistance, je pense que j’ai un gabarit qui tient bien sur la durée…“ 📷 @ronan_gladu @voile_macsf I @imocaglobeseries Objectif @vendeeglobe2020 ! 🚀

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Härteste Solo-Regatta der Welt

Karte des Rennens mit route von Frankreich nach Süden in den Südatlantik, um Afrika, Neuseeland und Südamerika zurück nach Frankreich

Einfache Regeln bei der Vendée Globe: Antarktis an Steuerbord, die großen Kaps an Backbord. Der Rekord liegt seit 2017 bei 74 Tagen 3 Stunden, 35 Minuten und 46 Sekunden. (Karte: Wikipedia CC0)

In Frankreich lockt das Einhandsegler-Race alle vier Jahre Touristen und begeisterte Zuschauer an die Atlantikküste nach Les Sables-d’Olonne. – Zustände, von denen die Veranstalter von Regatten in Nord- und Ostsee nur Träumen können. Der Vergleich ist aber auch etwas unfair: Die Vendée Globe gehört zu den härtesten Segelregatten der Welt. Einmal rum! Um das spannender zu machen, geben die Regeln vor, dass das Kap der Guten Hoffnung, Kap Leeuwin und Kap Hoorn dabei umrundet werden müssen – an Backbord, während sich die Antarktis an Steuerbord befindet. – Liebe Ostseeregatta-Veranstalter: So einfach können Segelanweisungen für eine Regatta sein!

Statt entlang der Weltumsegler Barfußroute geht es also für Boris Herrmann und die übrigen 32 Teilnehmer zuerst unten um Afrika, südlich an Australien und Neuseeland und letzlich um das berühmte Kap Hoorn an der Südspitze Südamerikas vorbei zurück zum Startpunkt vor Frankreichs Küste. – 24.000 Seemeilen durch die Roaring Fourties und Fourious Fifties.

Entlang dieser Breitengrade stellt sich den Open60-Racern geologisch nichts in den Weg. Eine Rennpiste ohne Felsen, untiefen oder Inseln. Aber auch dem Wetter stellt sich dort nichts in den Weg, weswegen man die Region auch als die Wetterküche der Welt bezeichnet. Denn kein Land bremst hier Wind und Wellen der Tiefdruckgebiete auf ihrem Weg um die Arktis. – „Kein Orkan“ ist hier das außergewöhnliche Wetter.

Die Vendée Globe ist medienwirksam, weil sie einfach ist

Und hier misst sich Boris Hermann mit der Segelelite der Welt. Die Weltpresse wird auch in desem Jahr mehr denn je live dabei sein. Video, Foto und Reportage von Bord gehört für Profi-Einhandsegler längst ebenso zum Basishandwerk wie Knoten und Navigation. Das die Welt zuschaut und die Vendée Globe zum Medienereignis wird, liegt vor allem an der Kombination aus Einfachheit und Herausforderung: harte Bedingungen, klare Regeln und eine Einheitsklasse. Wer mitsegeln will, braucht einen Open60.

Nur so kann Segeln überhaupt medienwirksam einer breiten Öffentlichkeit vermittelt werden. Wer als Erster ankommt, alles gibt und seine Konkurrenz hinter sich lässt, ist Erster.

Apropos Medien: Der Herausforderung Vendée Globe müssen sich auch Sportreporter stellen, die sonst eher über Fußball und Autorennen schreiben. So schrieb vor Jahren eine bekannte Wochenzeitschrift in ihrem online Magazin poetisch über

…die Regatta, deren Name schon von den „Winden des Globus“ handelt.

– Nunja, die Start und Ziellinie des Rennens liegt jedenfalls kurz vor Les Sables-d’Olonne und das liegt im Département Vendée in Frankreich.

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